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Bad Schussenried - Geschichte

Veröffentlicht in Städte

Schon in vorgeschichtlicher Zeit war Schussenried und seine Umgebung besiedelt. An der nahen Schussenquelle fand man im Jahr 1866 Reste eines Rentierjägerlagers aus der älteren Steinzeit. Grabungen vor und nach dem Ersten Weltkrieg legten an der nördlichen Markungsgrenze Siedlungsstätten aus der mittleren Steinzeit und Moorbaudörfer (Aichbühl und Riedschachen) aus der jüngeren Steinzeit frei. Im Jahr 2009 wurde bei archäologischen Grabungen im Olzreuter Ried mehrere fast 5000 Jahre alte Räder entdeckt. Eines der drei Räder ist nahezu vollständig erhalten und weist einen Durchmesser von 56 cm auf.

Urkundlich erwähnt wurde der Ort erstmals 700 nach Christus als Pfarrdorf „Suzzenried“ des Landkapitels Saulgau. Erst 500 Jahre später 1183 gründeten Prämonstratensermönche an der oberen Schussen ein  Kloster, das sich zu einer großen Klosteranlage entwickelte. Höhepunkt der Mitte des 18. Jahrhunderts geplanten und nie vollendeten neuen Klosteranlage ist der wunderschöne, lichtdurchflutete Bibliothekssaal.

1803 wurde das Reichstift säkularisiert. Es folgte eine dreijährige Übergangszeit unter den Reichsgrafen Sternfeld-Manderscheid. 1806 fiel das ehemalige Stift an das Königreich Württemberg. 1832 veräußerte die gräfliche Standesherrschaft ihre Besitzungen in und um Schussenried an den württembergischen Staat. Dieser errichtete 1837/40 im ehemaligen Kloster ein Hüttenwerk (Werk Wilhelmshütte der SHW Wasseralfingen GmbH) welches 1996 stillgelegt wurde. 1876 folgte die Heil- und Pflegeanstalt (heute Zentrum für Psychiatrie) im Bereich des sogenannten Klosters. Im Jahr 1947 wurde Schussenried zur Stadt erhoben. Wahrzeichen unserer Stadt ist das „Törle“ (Haupteingang zum ehemaligen Kloster).1958 gründeten 90 Bürger eine Moorbadegesellschaft. Im Jahr 1966 wurde der Stadt der Titel „Bad“ verliehen.  Bedingt durch Kurkrisen mußten die 4 Kurkliniken geschlossen werden und 2013 wurde Bad Schussenried der Titel „Moorheilbad“ aberkannt.

Dem Schulwesen hat die Stadt rechtzeitig Aufmerksamkeit geschenkt. Bad Schussenried verfügt über eine Grund- und Hauptschule, Werkrealschule, Realschule und Progymnasium.
Ebenso befinden sich Kindertagesstätten und Kindergärten am Ort.

Neben der Schulbildung kommt die Erwachsenenbildung nicht zu kurz. Die Stadt ist Mitglied des Zweckverbandes Volkshochschule Altshausen – Aulendorf – Bad Buchau – Bad Schussenried - Bad Saulgau. Bad Schussenried (derzeit 8.700 Einwohner) ist Unterzentrum im Sinne des Landesentwicklungsplans und bildet eine Verwaltungsgemeinschaft mit der Nachbargemeinde Ingoldingen. Die Stadt hat eine ausgewogene Wirtschaftsstruktur mit einem angemessenen Verhältnis an Arbeitsplätzen im industriellen Bereich und Dienstleistungssektor sowie einen hohen Freizeitwert, zwei Badeseen, Tennisanlage mit Halle, Reitanlage mit Halle, modernes Schützenhaus und ein ausgedehntes Netz an Wanderwegen und Radwegen und im Winter eine gespurte Langlaufloipe.

Im Jahre 1994 entstand das Schussenrieder Bierkrugmuseum in der Erlebnisbrauerei Ott. Neben dem Oberschwäbischen Museumsdorf in Kürnbach sind die Kutschensammlung im historischen Gewölbekeller des ehemaligen Oberen Bräuhauses und die Erlebnismühle Ailinger mit Mühlenanwesen in Reichenbach weitere touristische Anziehungspunkte. 1997 wurde das Klostergebäude als „Neues Kloster“ zu einem Dienstleistungs- und Akademiezentrum konzipiert. Zum Saisonauftakt 2010 wurde eine neue Sonderausstellung zur Klostergeschichte eröffnet. Mit dem Blick hinter die Klostermauern auf das einstige Klösterliche Territorium und auch auf die barocke Frömmigkeit in Oberschwaben wurden interessante Einblicke und Entdeckungen geboten.