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Berching - Geschichte

Veröffentlicht in Städte

Älteste Zeugnisse

Die ältesten Zeugnisse einer menschlichen Besiedelung der Region Berching reichen bis in die Jungsteinzeit (5000 v. Chr.) zurück. Siedlungsreste aus der Urnenfelderzeit, Funde aus der Hallstadt- und Latènezeit, die spätkeltische Siedlung in Berching/Pollanten sowie ein ebenfalls in Pollanten aufgedecktes germanisches Gräberfeld aus dem 2. Jahrhundert nach Christus belegen darüber hinaus eine eindrucksvolle Siedlungskontinuität in diesem Raum.

Erste Erwähnung Berchings 883

Urkundlich erwähnt wird Berching als „Pirihinga” erstmals in einer Urkunde Kaiser Karl III. im Jahr 883. Der Name deutet auf eine bajuwarische Gründung in der Zeit vom 6. bis 8. Jahrhundert hin. Noch vor 912 gelangte die Ansiedlung in den Besitz der Eichstätter Bischöfe. Unter deren Herrschaft entwickelte sich Berching bald zu einem bedeutenden Ämterzentrum. 1296 wurde Berching erstmals als „oppidum” (befestigter Ort) bezeichnet und nur wenige Jahre später (1314) „civitas” (= Stadt) genannt. Unter Bischof Wilhelm von Reichenau (1464-1496) wurden die Befestigungsanlagen erneuert und die Stadtmauer mit ihren 13 Türmen und vier Toren in der heute noch vollständig erhaltenen Form ausgebaut.

Schon vor 1245 war dem Ort das Marktrecht verliehen worden. Wohltätige Stiftungen, die beiden großen Kirchen und zahlreiche imposante Bürgerhäuser zeugen noch heute vom Reichtum der Stadt. Namentlich die Familien Pettenkofer und Rumpf, im Weinhandel zu Wohlstand gelangt, erwiesen sch ihrer Heimatstadt im 17. und 18. Jahrhundert als großzügige Mäzene.

Berching wird bayerisch

Beinahe 900 Jahre hatte Berching unter der Herrschaft der Eichstätter Bischöfe gestanden, als 1802/3 im Gefolge der napoleonischen Kriege das Hochstift Eichstätt säkularisiert und die weltliche Herrschaft der Bischöfe beendet wurde. Nach einer kurzen Zugehörigkeit zum Kurfürstentum Salzburg wurde Berching 1806 bayerisch. Mit der Übernahme der Verwaltung durch die bayerischen Behörden verlor Berching seine bisherige Stellung als wichtiges Verwaltungszentrum. Erst nach jahrelangem, hartnäckigem Bemühen konnten die Ratsherren 1822 einen regelmäßigen Viehmarkt und 1842 eine wöchentliche Getreideschranne nach Berching holen. Der Bau des Ludwigs-Kanals (1846) und der – 1987 stillgelegten – Lokalbahnstrecke Neumarkt - Berching - Beilngries (1888) brachten zwar wirtschaftliche Impulse, das gänzliche Fehlen von Behörden und Einrichtungen mit zentraler Funktion führte jedoch zu einer anhaltenden Stagnation in Berchings weiterer Entwicklung. 1902/03 wurde im Rachental das Stiftungskrankenhaus gebaut.

Gebietsreform in den 70er Jahren

In den 70er Jahren wurden im Rahmen der Gebietsreform 19 Gemeinden nach Berching eingemeindet. Von den seitherigen Entwicklungen sind insbesondere die Sanierung der Innenstadt, der Bau des Altenheimes St. Franziskus, der Umbau des ehemaligen Franziskanerklosters in ein Pfarr- und Jugendzentrum (Pettenkofer-Haus), die Sanierung des historischen Rathauses, der Bau der Europahalle Berching, die Ausweisung neuer Baugebiete in nahezu allen Ortsteilen, die Erschließung eines Gewerbegebietes im Ortsteil Erasbach, dem Geburtsort des Komponisten Christoph Willibald Gluck zu nennen.

Jüngste Entwicklung

In jüngster Zeit erlebt Berching einen bemerkenswerten Aufschwung: Der Bau und die Eröffnung des Main-Donau-Kanals in Berching haben die Stadtgemeinde weit über die Grenzen Bayerns bekannt gemacht.

Mit seinen modellhaften, ökologisch ausgerichteten Projekten zur Entwicklung des ländlichen Raums hat sich Berching in Fachkreisen einen Namen gemacht. Perspektiven für die Zukunft bieten die Helios-Klinik für geriatrische Rehabilitation, das neue Ganzjahres-Erlebnisbad „BERLE”, die Kulturfabrik Berching, die neue Realschule sowie die Entwicklung zu einem kulturellen Zentrum in der Region. Vielfältige Ganztagsangebote an der Grund- und Hauptschule, Betreuungsangebote für Kleinstkinder, eine aktive Nachbarschaftshilfe und das Soziale Netzwerk Berching sichern eine hohe Lebensqualität für Familien mit Kindern und Senioren.

Seit 2013 ist Berching Mitglied in der interanationalen Städtevereinigung CittaSlow. 2014 feiert die Stadt den 300.Geburtstag des großen Opernreformators Christoph Willibald Gluck.