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Hersbruck - Geschichte

Veröffentlicht in Städte

Geschichte der Stadt Hersbruck

Schon im 8. Jh. führte hier eine alte Handelsstraße über bzw. durch die Pegnitz. Sie kam von Regensburg über Lauterhofen, durchquerte die Hersbrucker Furt und führte weiter nach Norden. An dem wichtigen Pegnitzübergang siedelten Handwerker und Wirte, wahrscheinlich gab es auch eine Eisenschmelze (Eisenhüttlein). Der Abbau von Doggererz in früherer Zeit ist nachgewiesen (Erzgrube, Arzberg).

Entstehung der Stadt aus Burg, Kirche und Markt

Die endgültige Besiedlung des Hersbrucker Landes erfolgte erst im 9. Jahrhundert durch die Baiern. Im frühen 10. Jh. hatte hier das Geschlecht der Luitpoldinger, das ab 907 die baierischen Herzöge stellte, umfangreichen Besitz. Im Jahr 976 gründete die Herzoginwitwe Wiltrud ein Kloster in Bergen, zu dessen Ausstattungsgütern auch die Luitpoldinger Besitzungen in und um Hersbruck gehörten.

Die Luitpoldinger errichteten hier neben dem Pegnitzübergang eine Burg (1003 Hatheresburgdi genannt). Zur Burg gehörte eine Mühle, für die zwischen Furt und Ansiedlung ein künstlicher Pegnitzarm angelegt wurde, an der von den Durchziehenden Brückenzoll erhoben wurde. Um diesen Zoll gab es vermutlich viel Hader und Streit, wodurch dieses Bauwerk „Brücke des Haderich (des Streitbaren)“ genannt wurde. Die von der Äbtissin von Bergen neben der Burg gestiftete Kapelle wurde Filiale der Mutterpfarrei in Altensittenbach.

Nach der Marktrechtsverleihung im Jahr 1057 an den Bischof von Bamberg entstand ein Markt (rund um das Rathaus). Mit der Entwicklung von Burg und Stadt Nürnberg verlor bald die alte Nord-Süd-Verbindung an Bedeutung.

Bamberger Besitz

Einen wichtigen Einschnitt in die Geschichte Hersbrucks bedeutete die Gründung des Bistums Bamberg durch König Heinrich II. Schon im Gründungsjahr 1007 kam das reichsunmittelbare Kloster Bergen mit allen Besitzungen an Bamberg. Es wurde bischöfliches Eigenkloster. 1011 folgte der Teil Hersbrucks, der an der alten Straße lag. Zusammen mit dem Markt bildete nun Hersbruck eine Einheit in der Hand des Bischofs.

Geistlicher Besitz erforderte in der damaligen Zeit einen weltlichen Schutzvogt. Die ersten Schutzvögte über den Bamberger Besitz im Hersbrucker Raum waren die Grafen von Sulzbach. Nach ihrem Aussterben im Jahr 1188 wurde die Vogtei an die Staufer übertragen, die sie bis 1269 innehatten. Unter ihnen wurden viele bambergische Lehen entfremdet und gingen in den Besitz von königstreuen Vasallen über. Als die baierischen Herzöge aus dem Wittelsbacher Geschlecht die Bamberger Kirchenvogtei von den Staufern erbten, wurden sie zum letzten Mal vom Bischof damit belehnt.

Stadtrechtsverleihung

1297 erhielt Hersbruck vom wittelsbachischen Pfalzgrafen Rudolf II. die gleichen Rechte wie Neumarkt, also gewissermaßen das Stadtrecht.

Einen weiteren Einschnitt brachte der Erwerb der Bamberger Vogteilehen durch Kaiser Karl IV., der durch die Errichtung eines „Neuböhmen“ die Verbindung seiner Stadt Prag mit der Reichsstadt Nürnberg sichern wollte. Die Episode dauerte nur von 1353 bis 1373, brachte durch die Anbindung an die "Goldene Straße" von Nürnberg nach Prag aber wirtschaftlichen Aufstieg und auch den Wechsel des Untervogts (Pfleger) vom Hohenstein in die Burg nach Hersbruck, die Karl 1360 von der Bergener Äbtissin erwarb.

Hersbruck wird bayerisch

Nach diesem Intermezzo ging Hersbruck wieder an die Wittelsbacher über, die im Bayerischen Erbfolgekrieg u. a. auch das Amt Hersbruck 1504 an die Reichsstadt Nürnberg verloren. Es blieb in ihrer Hand, bis 1806 Napoleon auch das Territorium der Reichsstadt in das Königreich Bayern integrierte.
Diese drei Jahrhunderte prägten das Gesicht Hersbrucks ganz wesentlich, sowohl in wirtschaftlicher als auch in kultureller Beziehung. So führte Nürnberg 1525 in Hersbruck die Reformation ein. 1529 erwarb Nürnberg auch den Grundbesitz des Klosters Bergen. Damit war das Pflegamt Hersbruck vollständig in der Hand der Reichsstadt.
Auch unter bayerischer Herrschaft blieb das Amt (Bezirksamt) Hersbruck bestehen.

Während des Nationalsozialismus war in Hersbruck ein Außenlager des Konzentrationslagers Flossenbürg. Fast 4.000 Häftlinge starben unter anderem bei den Bauarbeiten an einem Stollen für einen Rüstungsbetrieb in der Houbirg, der nicht mehr fertig gestellt wurde.

Hersbruck war bis zur Gebietsreform 1972 Landkreissitz und beherbergt daher heute noch Amtsgericht, Finanzamt, Forstamt sowie Vermessungsamt.

Cittaslow

Hersbruck wurde 2001 als erste Stadt außerhalb Italiens in die Vereinigung der lebenswerten Städte aufgenommen. In der Folge war Hersbruck zuständig für die Zertifizierung weiterer Städte in Deutschland und fungierte als Ansprechpartner für den deutschsprachigen Raum.