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Nördlingen - Geschichte

Veröffentlicht in Städte

Entstehung des Rieses

Vor 15 Millionen Jahren entstand das Nördlinger Ries (Durchmesser ca. 25 km), durch den Einschlag eines Großmeteoriten, der mit einer Geschwindigkeit von mindestens 70 000 km/h auf die Erde aufschlug. Dieser Krater ist heute einer der am besten erhaltenen und erforschten Meteoritenkrater der Erde.

Wegen seiner Ähnlichkeit mit vielen Mondkratern bewältigten amerikanische Astronauten der Apollo 14- und 17-Missionen vom 10. bis 14. August 1970 im Ries ein Feldtraining. Als Ergebnis der dabei erfolgten wissenschaftlichen Betreuung erhielt das Rieskrater-Museum Nördlingen ein Stück Mondgestein der Apollo 16-Mission als Dauerleihgabe von der NASA.

7700 Jahre alt sind nach den neuesten Untersuchungen die 33 in zwei Bestattungsnestern, in der großen Ofnethöhle bei Holheim gefundenen Schädel, ein Beweis für die frühe vorgeschichtliche Besiedlung des Rieses.

Daten zur geschichtlichen Entwicklung

1.-3. Jahrhundert:
römisches Kastell und Zivilsiedlung südlich der Römerstraße im heutigen Stadtgebiet; nach 233 aufgegeben.


6./7. Jahrhundert:
drei Reihengräberfriedhöfe mit Fundgegenständen und die Namensgebung "-ingen" bezeugen alemannische Besiedlung.


898
"Nordilinga" als karolingischer Königshof urkundlich erwähnt.


1215
erwirbt Kaiser Friedrich II. Nördlingen von Regensburg tauschweise für das Reich; Nördlingen wird Freie Reichsstadt


1219
wird die 10 Tage dauernde Pfingstmesse erstmals erwähnt. Sie wurde im Mittelalter zur bedeutendsten Fernhandels- messe in Oberdeutschland und erklärt bis ins 16. Jahrhundert Nördlingens Wirtschaftskraft und politische Bedeutung, seine Baudenkmäler und Kunstschätze.


1327
befiehlt Ludwig der Bayer, die seit 1215 gewachsenen Vorstädte zu ummauern. Die im 14. Jahrhundert gebaute, im 15. und 17. Jahrhundert verstärkte Stadtmauer mit 5 Toren und 11 Türmen umgibt noch heute mit wohlerhaltenem Wehrgang die malerische Altstadt.


1438
ist das Scharlach-Rennen zum ersten Mal urkundlich belegt. Es ist heute eine hoch- qualifizierte Reitsportveranstaltung von überregionaler Bedeutung.


1427 - 1505/1519
bauen die Nördlinger ihre spätgotische Hallenkirche, die St.-Georgs-Kirche, mit dem 90 m hohen „Daniel“ genannten Turm. Barocker Hochaltar (1683) mit spätgotischen Plastiken von Nicolaus Gerhaert van Leyden. Ursprünglicher Hochaltar von Friedrich Herlin (1462) - Altarflügel im Stadtmuseum


1522/23
wird in Nördlingen die Reformation eingeführt; 1555 endgültig beibehalten.


1634
Schlacht bei Nördlingen während des Dreißigjährigen Krieges: Die Stadt wird von dem kaiserlich-katholischen Heer mit 36000 Mann drei Wochen lang belagert, beschossen und bestürmt, aber erst eingenommen, als das schwedisch- protestantische Heer mit 24000 Mann in der Schlacht auf dem Albuch am 6. September 1634 entscheidend besiegt und in die Flucht geschlagen wird. Nördlingens Bevölkerung von 8790 Einwohnern von vor 1618 sinkt bis zum Jahr 1652 auf 4350.


1802/03
verliert die Freie Reichsstadt Nördlingen ihre jahrhundertelange Selbständigkeit und wird bayerisch.


1939
erreicht Nördlingen wieder die Einwohnerzahl von vor 1618: 8785 Einwohner.


Nach 1945
Aufnahme zahlreicher Heimatvertriebener (32 %). Wohnbevölkerung 1950: 13771; 1960: 15021; 1978: 19809; 1987: 19626. Ansiedlung zahlreicher neuer Betriebe. Das Mittelzentrum Nördlingen wird bedeutendster Industriestandort in Nordschwaben.


01.07.1972
Nördlingen wird Große Kreisstadt im Landkreis Donau-Ries.


1972 - 1978
10 Gemeinden im Nahbereich der Stadt werden nach Nördlingen eingegliedert.


1998
Nördlingen feiert 1100 Jahre Stadtgeschichte