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Waldkirch - Projekte

Veröffentlicht in Städte

Waldkirch Projekte

Cittaslow Projekte

Projekt Lebenskultur: Praxisbeispiele in Waldkirch

 

  • Waldkirchs Stadtwerke setzen auf Solarenergie
  • Orgelbau: Schlemmen mit allen Sinnen
  • Naturerlebnispark Stadtrainsee: Prämierte Individualität
  • Geschichtlicher Herbst: 's Eige zeige
  • Fasnet in Waldkirch

Waldkirchs Stadtwerke - Die Tochter setzt auf Solarenergie

Mit Gründung der Stadtwerke 1998, einer 65-prozentigen Tochter der Stadt, widersetzte sich Waldkirch bereits 1998 bewusst einem gegenläufigen Trend in der Energieversorgung. Seither hat der kontinuierliche Ausbau der erneuerbaren Energien und die umweltfreundliche Standortversorgung mit Strom, Gas, Wasser und Wärme  bei den Stadtwerken Waldkirch einen besonderen Stellenwert. Mittlerweile werden vier eigene Photovoltaikanlagen betrieben, es sind zwei Bürger-Beteiligungsmodelle vor Ort initiiert worden und rund 230 private Anlagen der Kunden mit einem Zuschuss aus dem Ökofonds unterstützt – all dies stets mit dem Ziel, einen sauberen Energiemix in Waldkirch zu verwirklichen. Auf die Kraft der Sonne als wertvolle Ressource setzt derzeit ein neues Projekt: Die Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen (HfWU) hat im Auftrag der Stadtwerke eine neue solare Informationsplattform entwickelt, die Waldkirchern einen Blick auf das Ertragspotenzial der eigenen Dachflächen möglich macht. Einfach per Mausklick kann der Bürger erfahren, ob sich eine Investition in eine Photovoltaik-Anlage oder Warmwasserversorgung für sein Haus lohnt.Basis hierfür sind Befliegungsdaten, die landesweit zur Verfügung stehen und die nicht nur die Grundrisse der Gebäude, sondern auch deren Höhe und deren Dachneigungen beinhalten. Mit diesen Daten kann dann unter Berücksichtigung des Sonnenstandes und der Abschattung von Bäumen und anderen Gebäuden für jedes einzelne Haus das Solarpotenzial errechnet werden. Damit erfährt das Prinzip der Nachhaltigkeit, eines der Hauptkriterien für eine lebenswerte Cittaslow, eine weitere praktische Umsetzung.

Waldkirchs Orgelschlemmerwochen: Schlemmen im Einklang mit der Tradition

Kultur, Handwerkskunst, Essen und Genießen - in Waldkirch wird dies zum Erlebnis. Dies umso mehr, wenn alljährlich die traditionellen Orgelschlemmerwochen eingeläutet werden. Zeitgelich zu diesem kulinarsichen Ereignis präsentieren die ortsansässigen Weingüter und Winzergenossenschaft ihre Weinköstlichkeiten und den stilechten und einmaligen Orgelwein.

Angefangen hat alles im Jahre 1999. Für eine SWR-Fernsehsendung kreierten pfiffige Küchenchefs den „Waldkircher Orgelteller“. Die Idee stieß auf so gute Resonanz, dass noch im gleichen Jahr die ersten „Waldkircher Orgelschlemmerwochen“ geboren wurden. Seither gehören sie zum Jahreskalender der Orgelstadt Waldkirch. Dabei nimmt sich die Tafelrunde der Orgelköche unter der Schirmherrschaft von Oberbürgermeister Richard Leibinger jedes Jahr einem Thema an und trägt somit bei, die über 200-jährige Orgelbau- und Handwerkstradition ständig mit neuem Leben zu erfüllen. Das Thema 2010 lautete: - „Spieluhren à la carte - Ein musi(k)ulinarischer Ausflug in die romantische Welt klimpernder Bierkrüge und zauberhafter Musikautomaten“.

Waldkirch zieht mit seiner Spezialität alle Register

Waldkirch als Mekka des Dreh- und Jahrmarktorgelbaues zieht mit seinen phantasiereichen und kreativen Menüs und Orgeltellern im Goldenen Oktober seit 1999 jährlich alle Register: Neben dem Essen und Genießen lädt ein reichhaltiges Kultur- und Begleitprogramm zum Verweilen in der Stadt am Fuße des sagenumwobenen 1.243 m hohen Kandel ein. Damit präsentiert sich Waldkirch mit seiner Besonderheit des Orgelbaus und seinen regionalen Produkten als zweite deutsche "cittaslow" erneut als würdiges Mitglied der Internationalen Vereinigung der lebenswerten Städte.

Nach „Paris in Waldkirch“ in 2008 und „10 Jahre Altobella Furiosa“ 2005 stand nun eine Spieluhrenausstellung im Elztalmuseum im Mittelpunkt. Damit zeigt die „Tafelrunde der Orgelköche“ als Mitglied der Waldkircher Orgelwelt, dass der Stadt unterhalb der Kastelburgruine auch 2010 die Ideen nicht ausgehen.
2006, im Jahre der Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland, wurde die Orgelstadt Waldkirch als einer der "365 Orte im Land der Ideen" ausgezeichnet. Unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Köhler wurde Waldkirch mit seiner heute noch lebendigen Tradition in einem bundesweiten Wettbewerb „Deutschland – Land der Ideen“ - ausgewählt.

Naturerlebnispark Waldkirch prämiert beim Architekturpreis 'Neues Bauen im Schwarzwald'

Auf den Wettbewerb „Architekturpreis 2010 – Neues Bauen im Schwarzwald“ gingen bei der Architektenkammer Baden-Württemberg und dem Regierungspräsidium Freiburg 167 Anträge ein. Große Freude bei der Preisverleihung in Freiburg, denn Waldkirch stellte mit dem Naturerlebnispark am Stadtrainsee eines der prämierten Projekte. Oberbürgermeister Richard Leibinger nahm zusammen mit den Planern und Architekten freudestrahlend die Urkunde entgegen.

Die Architektenkammer BadenWürttemberg und das Regierungspräsidium Freiburg hatten erstmals diesen Architekturpreis zur „Baukultur im Schwarzwald“ ausgelobt. Sie wollen damit das Bewusstsein für das Bauen im Schwarzwald schärfen, die Neugier auf Bauten wecken, die zeitgemäße Architektur mit regionaler Identität verbinden. Regierungspräsident und Initiator Julian Würtenberger will dadurch den Bezug der Gebäude und Bauten zum Ort und der Landschaft hervorheben. Er zeigte sich bei Preisverleihung im Regierungspräsidium Freiburg beeindruckt von der Zahl der Bewerbungen. 167 Projekte wurden eingereicht, 156 in insgesamt 6 Kategorien zugelassen. 32 erhielten eine Auszeichnung und 13 eine Würdigung.

Dem stellvertretenden Vorsitzenden des Kammerbezirks Freiburg, Rolf Sutter, war es vorbehalten, im vollbesetzten Konferenzraum Schwarzwald die prämierten Projekte vorzustellen. Neben den Auszeichnungen wurden dreizehn Objekte gewürdigt, die besonders durch das gemeinschaftliche Engagement von Bauherrn, Planern und Architekten aufgefallen sind. In der Kategorie „Städtebau und Siedlungsentwicklung“ blieben zum Schluss nur noch zwei Würdigungen übrig. Neben der Umgestaltung der Stadtmitte Hornberg der Naturerlebnispark Waldkirch mit der Erholungslandschaft am Stadtrainsee.

Harmonische Einbindung - Verbindungsglied zwischen Mensch und Natur

Rolf Sutter ging in seiner Laudatio auf die Verbindung zur „cittaslow“ mit der Philosophie einer nachhaltigen Kommunalpolitik mit einer umweltfreundlichen, sozialverträglichen und Ressourcen schonenden Stadtentwicklung ein. Der Bezug zur Landschaft und zum Stadtrainsee wurde beibehalten, wozu auch die Materialenauswahl diente. Ebenso wurden andere Traditionen wie der Orgelbau aufgenommen wie beim Spielplatz Tanz der Orgelpfeifen. „Mit der Schaffung des Naturerlebnisparks ist der Stadt Waldkirch eine spannende Einrichtung gelungen, die das Erlebnis Schwarzwald, Topographie und Naturlandschaft widerspiegelt“ habe die Jury festgehalten. „Der landschaftlich geprägte Erholungsraum bei Waldkirch bettet sich harmonisch in die gegebene Natur ein und bildet so ein Verbindungsglied zwischen Mensch und Natur. Eine besondere Würdigung ist dem bürgerschaftlichen Engagement auszusprechen, das die Verwirklichung des Naherholungsgebietes erst ermöglichte“.

Applaus dann, als Oberbürgermeister Richard Leibinger für die Stadt als Bauherr und für die Gesamtplanung, die Planer HansJoachim Zurmöhle aus Waldkirch und Peter Jenne aus Bad Krozingen (für den Stadtrainsee, Spielplatz und Sinnesweg), die Architekten Günter Erny und Bernhard Herzog aus Rust (für die Seeterrasse mit Kiosk und den Baumkronenweg) die Urkunden „Architekturpreis 2010“ entgegen nehmen durften. Verliehen wurden die Preise von Kristin Keßler vom Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg, dem Präsidenten der baden-württembergischen Architektenkammer Wolfgang Riehle und dem Hausherrn, Regierungspräsident Julian Würtenberger.

Eine weitere, kleine „Auszeichnung“ für Waldkirch am Rande. Die musikalische Umrahmung und Einstimmung übernahm mit Bravour ein Trompetenquartett der Städtischen Musikschule Waldkirch mit Alexander und Tobias Oschwald, Tim Schellenberger und Max Hirner. Der Regierungspräsident bedankte sich bei OB Leibinger für die spontane Zusage und den exzellenten musikalischen Grüßen aus der Orgelstadt Waldkirch und ihrer Musikschule.

Geschichtlicher Herbst: 's Eige zeige

Alljährlich begibt sich Waldkirch auf Spurensuche im "Geschichtlichen Herbst ": Im Rahmen dieses Veranstaltungsprogramms laden die unterschiedlichsten Führungen, Exkursionen und Votrträge rund um die historische Kandel- und Orgelstadt dazu ein, Geschichte direkt vor der Haustüre zu erleben. Dabei lernen die eigenen Bürger und Gäste die wechselhafte Stadtgeschichte auf eine andere Art und Weise kennen und tauchen ein in die eigene Vergangenheit: Was ist das Charakteristische an unserer Stadt? Die unmittelbare Umgebung (wieder-) entdecken, wertschätzen und andere daran teilhaben lassen - oder wie der Waldkircher sagt: "'s Eige zeige!" Ganz im Geist einer lebenswerten Cittàslow eben.

„Lassen Sie sich in die Geheimnisse von Waldkirch entführen, entdecken Sie Neues und Interessantes“, schrieb Oberbürgermeister Richard Leibinger in seinem Vorwort zum „Geschichtlichen Herbst 2010“. Wer weiß etwa, dass der Wochenmarkt auf die Verleihung des Stadtrechtes im Jahre 1300 zurückgeht? Traditionell spielen im Geschichtlichen Herbst die Ortsteile eine wichtige Rolle: So lädt etwa der Arbeitskreis Alt-Kollnau zu einer Bustour zu schönen Bauernhöfen, zur Natur und Landschaft in das Kohlenbacher Tal an. Historische Gebäude in Buchholz. sind begehrte Ziele unter den Besuchern.  Im kleinsten Ortsteil gibt es regelmäßig zum Stollenfest im Herbst Führungen durch die mittelalterlichen Bergwerksstollen. Zum Betrieb des Silberbergwerks entstand 1284 auch der bedeutende Urgraben, dessen geheimnisse die Teilnehmer der VHS-Wanderung zu lüften suchen.

Von den Ortsteilen in die Kernstadt

Auch in der Stadt selbst ist immer einiges zu sehen und zu hören sein. Sei es die Führung durch die St. Margarethenkirche, ein Besuch in der Historischen Edelsteinschleiferei oder eine spezielle Stadtführung zum Thema „Waldkirch – Wasser, Brunnen, Kirchen und Kapellen“. Insider des Historienspektakels wissen es längst: für eine der beliebten nächtlichen Führungen des Türmers auf die Kastelburg muss man sich beizeiten anmelden, denn sie sind regelmäßig früh ausverkauft.

Ein historisches Muss im Plan: Waldkirch als Orgelstadt

Natürlich darf die Tradition des Orgelbaus nicht fehlen. Ein Drehorgelkonzert unter dem Motto „Klassik im Kerzenschein“ erklang 2010 in der Kapelle St. Sebastian auf dem alten Friedhof unter der Federführung des Orgelförderkreises, Orgelführungen finden im Elztalmuseum jeden Mittwoch und Sonntag statt.
Zum Todestag des Waldkircher Orchestrionbauers und Komponisten Linus Zähringer waren im Orgelbauersaal Zitherklänge zu hören.

Vortragsreihe mit spannenden Themen

Die Interessierten und Kenner wissen es: Im November startet jeweils eine kleine Vortragsreihe im Elztalmuseum., bei der sich zahlreiche Gäste gern auf eine  vergnügliche Reise durch Alt-Waldkirch begeben oder Details zur Stadtgründung Waldkirchs studieren.

Das Angebot ist in jedem Jahr wahrlich vielfältig. Waldkirch zeigt sich gegenüber der heimischen Bevölkerung aber auch den Gästen ganz im Geiste einer „cittaslow“ als lebenswerte Stadt mit vielen Besonderheiten und Bezügen zu seiner Vergangenheit, die ebenfalls den Charme und den Charakter einer Stadt ausmachen.

Fasnet in Waldkirch

Die Fünfte Jahreszeit hat in Waldkirch eigentlich immer Saison, und nicht von ungefähr verbindet jeder Kenner der alemannischen Fasnet den Namen Waldkirch mit närrischem Treiben höchster Güte: Zwischen dem sogenannten "Schmutzige Dunschtig" (Donnerstag vor Rosenmontag) und dem "Fasnet-Zischdig" (Fasnachtsdienstag) brodelt es auf den Straßen, in den Gassen und Festhallen! Aber auch außerhalb der Hochsaison sind viele Waldkircher in den zahlreichen Zünften aktiv, pflegen ihre kunstvoll geschnitzten Holzmasken und traditionellen Kostüme und damit auch gleichzeitig eine wertvolles Stück regionaler Kultur.

Kläppern von Kindesbeinen an

Wer etwas auf sich hält, übt beizeiten - also schon als Schulkind - das Kläppern. Dabei werden zwei Holschlägel, die locker zwischen den Fingern hängen, rhythmisch aneinander geschlagen. Die Kläpperle sind neben der Figur des gelbblauen Bajass eines der Wahrzeichen der Waldkircher Fasnet und in dieser Form nur an wenigen Orten der alemannischen Fasnet zu finden.

Wer nun glaubt, dass hier am Aschermittwoch alle in Trübsinn verfallen, der irrt: Schon mittags verkünden ganz Eingefleischte wieder: "Es goht degege!" Und das heißt frei übersetzt: Die nächste Fasnet naht schon wieder!